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Vortragsreihe: Waldorfpädagogik im Gespräch

Waldorfpädagogik ist über 90 Jahre alt. Die erste Waldorfschule wurde in Stuttgart im Jahr 1919 gegründet. - Ist die Waldorfpädagogik also etwas aus dem vorigen Jahrhundert? Damals war Waldorfschule revolutionär: Koedukation, Fremdsprachen von der ersten Klasse an, Blockunterricht, Praktika, Textzeugnisse und andere Dinge, die heute teilweise selbstverständlich oder zumindest Teil des pädagogischen Kanons sind.
Mit einer Reihe von fünf Vorträgen von vier erfahrene Waldorflehrern und einer Schulärztin stellen wir vor, wodurch Waldorfpädagogik auch nach 90 Jahren immer noch innovativ ist. Die Vorträge richten sich an alle interessierten Menschen, gegenwärtige und zukünftige Eltern unserer Schule, Pädagogen und an Pädagogik Interessierte. Wir freuen uns auf ein lebhaftes Gespräch.

28. September 2011 Rüdiger Iwan Vision Waldorf. Wie die Schule Rudolf Steiners – ihren Impulsen treu – in Zukunft ganz anders aussehen könnte!
23. November 2011 Claus­-Peter Röh Individuelle Entwicklung in der Gemeinschaft – Von der Begegnung mit heutigen Kindern
22. Februar 2012 Uwe Buermann Medienerziehung an der Waldorfschule
25. April 2012 Dr. Renate Karutz Gesundende Pädagogik - Waldorfschule aus ärztlicher Sicht
27. Juni 2012 Andrea Errenst Waldorfpädagogik in der Oberstufe: Erziehung zum selbständigen Urteil
Jeweils mittwochs20:00 Uhr
Rüdiger Iwan, geboren 1955 in Gelsenkirchen, arbeitet seit 1979 als Oberstufenlehrer an den Waldorfschulen Engelberg und Schwäbisch Hall. Seit 1999 ist er Geschäftsführer der perpetuum novile Schulprojekt GmbH. Er entwickelte in Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler und Berufsschulen erfolgreich die "Neuen Wege in die Ausbildung", eine Chance für Jugendliche, sich trotz schlechter Noten den Zugang zu einem attraktiven Ausbildungsplatz zu eröffnen. Er ist Mitbegründer des Internationalen Netzwerkes Portfolio, eines Zusammenschlusses von Personen, die in pädagogischen Arbeitsfeldern mit Portfolios arbeiten, ihre Konzepte wissenschaftlich zu begründen suchen und zur Verbreitung der Portfolioarbeit in Schule und Hochschule beitragen. Als erfahrener Waldorflehrer tritt er für eine Waldorfschule ein, die aus einem zu eng gefassten Verständnis von Schule heraustritt, um an die Lebenswirklichkeit heranzuführen, eine Waldorfschule der Zukunft, die sich verändert, um sich treu zu bleiben. Rüdiger Iwan ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Schwäbisch Hall.
  • Im Internet:
  • perpetuum novile
  • Int. Netzwerk Portfolio
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  • Literatur von Rüdiger Iwan:
  • Die neue Waldorfschule (2007), Zeig, was Du kannst! (2005), Phantasie und Verantwortung (2004), Prüfung, PISA und Portfolio (2004), Ansätze zur Entwicklung einer neuen Oberstufengestalt (2003)
Schule steht immer neu vor der Herausforderung die Zukunftsimpulse, die die Kinder in die Welt bringen, mit der bestehenden Welt ins Gespräch zu bringen. Einer Welt gegenüber, die zunehmend komplexer und unverständlicher wird, sucht die Waldorfschule deshalb immer neue Wege, die Welt in die Schule zu holen und mit den Schülern erfahrend, erforschend, praktizierend in die Welt hinaus zu gehen.
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Claus-Peter Röh war nach dem Studium der Pädagogik von 1983 an als Klassen-, Musik- und Religionslehrer an der Freien Waldorfschule in Flensburg tätig. Neben der Unterrichtstätigkeit arbeitete er als Gastdozent an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg und gab Kurse an verschiedenen Lehrerseminaren in Deutschland. Seit 1998 ist er Mitglied im Initiativkreis der Pädagogischen Sektion in Deutschland. Im September 2010 wechselte er zur Pädagogischen Sektion am Goetheanum in Dornach über und übernahm im Januar 2011 in Kooperation mit Florian Osswald die Sektionsleitung. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
In einer vielfach von wirtschaftlichen Zwängen beherrschten Welt besteht die Gefahr, dass das Einzigartige des einzelnen Menschen untergeht. Dem gegenüber stellt die Waldorpädagogik den Schüler als Menschen in den Mittelpunkt. Sie erzieht nicht Menschen für eine bestehende Gesellschaft oder ein Wirtschaftsystem, sondern fördert das, was in dem einzelne Kind zur Entfaltung kommen möchte, damit die heranwachsenden Menschen sich künftig die Gesellschaft schaffen können, die sie zu ihrer Entfaltung benötigen. Deshalb stellt die Waldorfschule die persönliche Begegnung von Schüler und Lehrer und das Miteinander von Eltern und Lehrern in das Zentrum ihrer Pädagogik. 
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Uwe Buermann hat Pädagogik studiert und ist Lehrer für Computerkunde an der Freien Waldorfschule in Kiel, Gastdozent an den Waldorflehrerseminaren Kiel und Hamburg und freier Medien- und Suchtberater. Seit 2001 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des IPSUM-Instituts. Er ist mit Vorträgen, Aufsätzen und Buchveröffentlichungen insbesondere zu Themen der Medienerziehung und Suchtprävention hervorgetreten.
  • Im Internet: Ipsum Institut
  • Erziehung-zur Medienkompetenz
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  • Literatur von Uwe Buermann: Aufrecht durch die Medien (2007), Künstliche Welten - wirkliche Bilder (2005), Sucht (2004)
  • Verschiedene Autoren: Techno, Internet, Cyberspace (1998), Leere Seelen (2010)
Auch Waldorfschüler gehen selbstverständlich mit neuen Medien um. Waldorfpädagogik grenzt diesen Teil der moderen Lebenswelt nicht aus, sondern orientiert die Schüler altersgemäß unter pädagogischen Gesichtpunkten im Umgang mit diesen Techniken. So lernen die Schüler die Technik zu beherrschen, statt von ihr beherrscht zu werden.  
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Dr. med. Renate Karutz ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Mutter von vier Kindern. Von 1983 bis 1986 arbeitete sie als Assistenzärztin unter anderem in der Kinderabteilung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke. Seit 1993 ist sie niedergelassene Ärztin im Tobiashaus Köln mit einem Schwerpunkt in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Seit 2001 ist sie Schulärztin an der Freien Waldorfschule Köln und seit 2007 Fachärztin für Allgemeinmedizin. Sie hat internationale Anerkennung mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Anthroposophische Medizin gefunden und entfaltet eine vielfältige Vortrags- und Seminartätigkeit, insbesondere in den Kölner Waldorfkindergärten, in der Tagesmütterausbildung und im Kölner Geburtshaus.
Gesundheit ist heute ein erstrangiges Thema des Einzelnen und der Gesellschaft. Wir können heute in Gesundheit alt werden wie nie zuvor. Dennoch leben wir vielfach mit dem Eindruck überall und ständig von schädigenden Einflüssen, von einer insgesamt schädigenden Umwelt umgeben zu sein. Das Vertrauen in eine gesunde Umwelt ist gering. Das Augenmerk richtet deshalb sich immer stärker darauf, schon in der Kindheit Krankheiten vorzubeugen. Wie wirkt Waldorfpädagogik gesundend? Wie schaut Waldorfpädagogik auf Gesundheit und Krankheit?
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Andrea Errenst hat in Heidelberg, Marburg und Mannheim Literatur- und Sprachwissenschaft studiert. Seit 1989 arbeitet sie als Waldorflehrerin für die Oberstufe an verschiedenen Waldorfschulen, seit 2002 an der Freien Waldorfschule Erftstadt. Sie unterrichtet in den Fächern Deutsch, Kunstbetrachtung und Religion. 1999 bis 2001 war sie in der Ausbildung von Waldorflehrern in Lima (Peru) tätig. Ihre besonderen Anliegen sind Wahrnehmungs­schulung und prozessorientiertes Lernen. In Vorträgen und Aufsätzen zu Themen der Oberstufenmethodik stellt sie eine Erziehung zur Selbstständigkeit im Erkennen und Handeln vor.
Wir leben in einer Welt, in der das selbständige Urteil immer wichtiger wird. Die Möglichkeiten des Einzelnen und der Gesellschaft als ganze werden immer größer, der einzelne muss seine individuelle Urteilsgrundlage finden. Dabei können wir uns immer weniger auf tradierte Normen verlassen. Wie bereitet Waldofpädagogik darauf vor?
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